5 Tipps für dein erstes Logo als Unternehmer*in

5 Tipps für dein erstes Logo
Kategorie: Expertenwissen

Stell dir vor du stehst am Anfang deiner Selbstständigkeit und es sind 1001 Entscheidungen zu treffen. Mit Sicherheit sind es auch Entscheidungen, die du noch nie zuvor gemacht hast und von denen du nichts verstehst. So auch die Erstellung deines Erscheinungsbildes, das mit einem Logo beginnt.

Du fragst dich jetzt bestimmt: „Warum brauche ich ein Logo?“

  1. Dein Logo gibt dem Markt erste Informationen über dich und dein Business und unterstützt dich dabei sichtbar zu werden. Was in den Onlinemedien sehr wichtig ist.
  2. Es ist ist das erste visuelle Element, dass der Markt und Neukunden von dir zu Gesicht bekommen. Stell dir vor, der Markt ist das große Meer und dein Logo ist die kleine Eisspitze, die sich von anderen unterscheiden soll. Es klärt die wichtigsten Fragen (Name und Branche).
  3. Es dient dazu, dass sich Neukunden oder Kunden an dich erinnern, dich wieder erkennen, und Emotionen mit dir verbinden.
  4. Es hilft dabei, dich im Markt zu etablieren, Verlässlichkeit und Seriosität auszustrahlen.

Um dir bei der zielgerichteten Umsetzung eines Logos zu helfen, habe ich die wichtigsten Tipps zusammengestellt, die dir als Jungunternehmer*in Zeit & Kosten sparen. Zusätzlich kannst du die Tipps für das Briefing des Designers nutzen.

Was sind die Voraussetzungen, um mit der Logoentwicklung loszulegen?

Tipp 1
Wenn du im Dschungel der vielen Anbieter sichtbar werden möchtest, musst du einzigartig sein. Das erreichst du aber nur, indem du deine Werte, dein USP und deine Positionierung nach außen klar und verständlich kommunizierst und zeigst.

Beantworte dir deshalb vorab folgende Fragen:

  • Kennst du deine Werte? Überlege dir wofür du stehst. Was ist dir im Umgang mit anderen Menschen wichtig, in deiner Kommunikation und im Umgang mit dir selbst?
  • Was unterscheidet dich oder deine Firma von anderen?
    Wofür brennst du? Was macht dir besonderen Spaß?
  • Wie ist deine Positionierung, was ist das Besondere an dir oder deinem Angebot?
    In welchem Bereich bist du Experte? Was ist Deine Kernbotschaft?
    Warum bist du oder deine Firma so einzigartig?
  • Mit welchem Namen trittst du an die Öffentlichkeit?
    Wer ist der Absender deiner Botschaft? Willst du mit deinem Namen oder mit einem Firmennamen im Markt wahrgenommen werden?
  • Wer ist deine Zielgruppe?
    An wen sollen sich deine Botschaften richten?
  • Kennst du schon deine Mitbewerber?
    Schau sie dir an, worin unterscheidet ihr euch?

 

1.1. Was muss vor der Beauftragung eines Designers beachtet werden?
Auch wenn du das Logo am liebsten „einkaufen“ möchtest, wie ein Stück feiner Schokolade oder ein schönes Kleidungsstück. Dein Logo ist etwas ganz Persönliches, Individuelles und sollte nicht von der „Stange“ kommen, wenn es dich für lange Zeit begleiten soll und du  Freude an ihm haben willst.

Die Angebotsphase

  • Fixiere deine Erwartungen (deine Wünsche, Ziele und Vorstellungen) vorab schriftlich.
  • Erstelle aus den Inhalten von Tipp 1 und deinen Erwartungen ein klares Briefing, was du vom Designer erwartest. „Gestaltung eines Logodesigns“ ist zu ungenau). Orientiere dich an den Punkten in Tipp 4 „Wie läuft der Designprozess ab“.
  • Vor der Beauftragung sollte ein konkretes Angebot vorliegen, welches du schriftlich freigibst.
  • Lass dir unbegrenzte zeitliche und räumliche Nutzungsrechte geben. Dadurch machst du dich unabhängig und es kommen keine zusätzlichen Kosten hinzu.
  • Lege die Anzahl der Entwürfe fest und plane mindestens 2 Korrekturschleifen ein.
  • Definiere im Angebot welche Dateiformate du am Ende brauchst. In welchen Medien willst du deine ZIelgruppe ansprechen?

 

1.2. Was muss ich vor dem Start des Gestaltungsprozesses wissen?

  • Suche dir einen Designer aus, der zu dir passt und einen ähnlichen Stil hat
    Ich bin ein Designer, der klare Formen liebt und fühle mich bei der Gestaltung eines verspielten Logos nicht wohl. Das sage ich auch gleich vor Beginn einer Zusammenarbeit.
  • Mache klare Vorgaben
    Im ersten Schritt des Design-Prozesses solltest DU klare Anweisungen geben. Deshalb ist ein gutes Briefing wichtig. Damit gibst du die Leitplanken für den Designer vor. Denn es zählt nicht nur der Stil des Designers, sondern dein Stil. Wenn du den Designer kennst und ihm vertraust, könnt ihr die Ziele und Vorstellungen auch gemeinsam festlegen.
  • Treffe Entscheidungen
    Je unentschiedener du bist oder auftrittst, desto langwieriger ist der Gestaltungsprozess und kann sogar dazu führen, dass dir das Logo am Ende nicht gefällt.
    Während des Gestaltungsprozesses sind „Schulterblicke“ mit dem Kunden sehr nützlich. Es führt dazu, dass man beim Gestaltungsprozess schneller zum Ergebnis kommen.
  • Wenn du dich nicht wohlfühlst, dann sage es
    Ein Designer macht dir Gestaltungsvorschläge, um festzustellen was zu dir passt und mit welcher Gestaltung du dich wohlfühlst. Auch innerhalb eines Gestaltungstils gibt es zig Variationen. Achte darauf, dass die Entwürfe sich nicht nur in Kleinigkeiten unterscheiden, besser sind 3 völlig unterschiedliche Versionen. Je unterschiedlicher die ersten Entwürfe sind, desto einfacher ist es eine Richtung zu finden.

Wie läuft der Designprozess ab, was muss ich als Auftraggeber wissen?

Tipp 2
Der Designprozess besteht aus drei Teile. Zuerst kommt die Ideensammlung: Hier dient ein Moadboard und deine Briefingunterlagen als Ausgangsmaterial. Ein Moadboard ist eine Sammlung von Bildern und emotionalen Elementen, die dich oder dein Unternehmen widerspiegeln. Man kennt diese Moadboards aus der Modebranche. Danach folgt die Entwurfsphase: Der Designer entscheidet sich für 4-5 Entwürfe, die er dem Kunden zeigen möchte. Hier kommst du wieder ins Spiel und gibst deine Rückmeldung. Diese Phase kann nochmals durchlaufen werden, je nachdem was ihr im Angebot fixiert habt. Nach deiner finalen Freigabe folgt die Ausarbeitung- und Reinzeichnungsphase: Nach der finalen Freigabe des ausgewählten Entwurfs macht der Designer das Feintuning und die finalen Dateien fertig.

Zu diesen Teilschritten des Designprozesses solltest du dir Gedanken machen. Du kannst sie als Briefing Grundlage verwenden oder um dich mit deinem Designer abzustimmen.

2.1. Erstelle ein Moadboard
Am Anfang musst du dir über deinen Look & Feel klar sein. Deshalb erstelle ich für meine Kunden ein Moadboard, sie schicken mir Material oder erstellen es selbst.

Was gehört auf ein Moadboard? Das können Bilder, Farben, visuelle Metaphern, Wörter & Schriften, Texturen oder abstrakte Formen & Strukturen sein. Zusammen dienen sie als Inspirationsquelle, um ein Gefühl für dich / dein Unternehmen zu bekommen und sie anschließend in ein abstraktes Zeichen zu transportieren.

2.2. Lege fest welcher Logotyp du bist
Wie willst du dein Unternehmen im Markt etablieren? Der Designer benötigt diese Information für die grundlegende Gestaltungsrichtung.

  • Möchtest du deine Persönlichkeit transportieren?
    Wenn du ein Einzelunternehmen oder ein stark personenfixiertes Unternehmen hast z. B. Beratung / Coach, dann würde ein Signet mit deinen Anfangsbuchstaben passen. Der Name wird dann als Zusatz in einer schlichten Schrift hinzugefügt.
  • Gibt es ein Symbol oder ein Bild, welches dich, deine Branche oder dein Unternehmen widerspiegelt? Hast du ein Tier oder eine Pflanze, welches dein Business symbolisiert? Z. B. die Schlange für den medizinischen Bereich.
  • Hat dein Unternehmen, deine Produkte oder Dienstleistungen etwas mit einer langen Tradition zu tun? Dann kannst du dir überlegen, ob das Logo in Form eines Emblems oder Gütesiegels in Frage kommt.
  • Wenn du dir am Anfang noch nicht sicher bist oder kein Geld in die Hand nehmen kannst, dann wähle zu Beginn einfach einen Namen und mach daraus ein Logo, man nennt dies eine Wortmarke. So kannst du deinen Namen bestmöglich im Markt etablieren. Durch die Visualisierung und Wiederholung deines Namens prägt er sich gut ein. z. B. Google hat das so gemacht. Du kannst es später auch viel einfacher an Veränderungen oder Ergänzungen anpassen.
  • Wenn du deinen Unternehmensnamen mit einem visuellen Zeichen (Symbol oder Bild) verbinden möchtest, dann schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe. Du etablierst deinen Namen und bringst ihn gleich mit einem Werte-Symbol in Verbindung. Dies nennt man eine Wort- / Bildmarke und sie eignet sich für Unternehmen im internationalen Umfeld. z. B. alle Automarken. Sie haben eine Wort- Bildmarke. So können Sie das Signet auf ihre Autos integrieren oder »labeln« und im Logo wird das Signet mit dem Namen in Verbindung gebracht.
    Kulturelle Unterschiede sind hier leichter zu bedienen als reine Wortmarken (Namen werden in Kulturen unterschiedlich ausgesprochen und sind oft nicht lesbar aufgrund unterschiedlicher Schriftzeichen in den Sprachen).

2.3. Welcher Stil passt zu dir?
Damit dein Designer nicht ins Blaue gestaltet oder seiner eigenen Phantasie freien Lauf lässt, kannst du ihm eine Stilrichtung vorgeben. Das spart Zeit in der Abstimmung und letztendlich auch dein Geld. Lege fest, welcher Stil zu dir und deinem Unternehmen passt. Je klarer und detaillierter deine Vorgaben sind, desto schneller kommt ihr ans Ziel.

  • Der Klassische Stil
    Das sind klare Formen oft auch geometrische Elemente.
  • Der Retro-Stil
    Hier sind Elemente und Stile der Vergangenheit Teil der Gestaltung. Er ist traditionell,
    man kann 70er /60er oder 80er Jahre Stilelemente einfügen. Vorsicht: Damit schränkst du dein Unternehmen schon sehr ein.
  • Der Material Stil
    Hier werden Materialien visualisiert. Z. B. Metall oder auch eine 3 Dimensionalität.
  • Der Handmade-Stil
    Hier stehen Handschriften und Zeichnungen im Vordergrund der Gestaltung.
  • Der Minimalistische Stil
    Weniger ist mehr. Es wird mit Weißraum gespielt, auf das Minimale beschränkt und abstrahiert. Dies ist ein moderner Stil, der sehr abstrakt ist und viel Interpretationsspielraum zulässt.


2.4. Welche Farbe soll es sein?
Erst wenn dir das Logo von der Form und dem Stil her gefällt, wird die finale Farbgestaltung definiert. Die Farben kannst du zusammen mit dem Designer definieren, er kann dich beraten oder du hast schon einen klaren Favoriten. Du findest auch genug Material zur Farbpsychologie im Internet.

  • Am Ende muss dein Logo immer 1 farbig (meist schwarz/weiss) und in einer negativen Form (auf dunklem Hintergrund) funktionieren.
  • Wähle eine Hauptfarbe, die du später mit einer oder zwei weiteren Farben als Zusatzfarben ergänzt.
  • Prüfe die Farben, ob sie auch den Kriterien der barrierefreien Gestaltung standhalten. (Farbenblinde und Menschen mit Sehschwäche siehe weiter unten)
  • Zu viele Farben im Logo wirken verspielt und lenken ab. Übrigens ist die Umsetzung /Produktion von Werbemitteln dann meistens auch teurer. Ein eigenes Farbkonzept folgt erst, wenn es an ein Corporate Design geht, wenn du aber willst kannst du diesen Schritt schon hier vornehmen.

2.5. Was muss ich bei den Schriften beachten?
Wenn du ein Logo mit Buchstaben wählst, dann wirst du dich auch für einen Schriftstil entscheiden müssen. Hier gibt es eine unendlich große Auswahl. Bei Google Fonts hast du die Möglichkeit nach Stilrichtungen zu stöbern. Mein Tipp: Lass dich von deinem Designer beraten.

  • Wenn du eine Schrift im Logo verwendest, das Bestandteil des Logos ist, musst du keine Lizenzgebühren für die Schrift zahlen. Der Designer hat diese Lizenzgebühr bereits bezahlt und gibt dir das Logo als eigenständiges Werk weiter. Dann müssen aber auch alle Schriften in Pfade umgewandelt sein.
  • Wenn du eine Schrift als Zusatz verwenden möchtest oder für deine Officeanwendungen, dann rate ich dir zu Beginn die Systemschriften deines Computers zu nehmen oder „»Google Fonts». Er ist heute der beliebteste Webfonts-Anbieter und funktioniert auf jedem Rechner auch für deine Website. Die Schriften sind kostenfrei und kommerziell nutzbar.

Passt dein Logo zu dir?

Tipp 3
Hole dir eine Rückmeldung ein. Was sagt dein nächstes Umfeld zu deinem Logo?
Bitte frag nur die Menschen (maximal 3), die dich gut kennen und einschätzen können, welcher Typ du bist. Je mehr Menschen du fragst, desto unterschiedlichere Antworten wirst du bekommen.
Es sollte auch kein persönlicher „Geschmack“ eingebracht werden. Sondern eine neutrale Beurteilung, ob das Logo zu dir passt.

Was solltest du vor der finalen Entscheidung für ein Logo noch prüfen?

Tipp 4
Bevor dein Logo in die finale Reinzeichnungsphase geht, musst du dir 100% sicher sein, dass keine Änderung mehr kommt. Hier wird der Designer eine finale schriftliche Freigabe des Entwurfs von dir einfordern. Ansonsten fallen Zusatzkosten an. Darum prüfe: Erfüllt dein Logo folgende Kriterien:

  • Trifft das Logo eine klare Aussage?
    Es hat eine klare Symbolik und Formen. Passt es in die Kulturkreise der Kundschaft (auch international)?
  • Ist das Logo einfach?
    „Ein Logo ist dann gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann.“ Kurt Weidemann, Typograf, Gestalter. Dein Logo sollte in einer einfarbigen Version abbildbar sein. Am besten prüfst du es in der schwarz-weiss Ansicht.
  • Ist die Gestaltung zeitlos?
    Modern bedeutet nicht modisch. Ein Logo sollte keinem Trend folgen. Vorsicht mit modischen Elementen und Farben! Modische Trends sind kurzlebig. Ein gutes Logo sollte nach der Langlebigkeit beurteilt werden, da es Beständigkeit und Verlässlichkeit symbolisieren soll.
  • Ist es einzigartig?
    Das Logo soll Interesse wecken und hervorstechen. Gute Logos bleiben im Erinnerung, da sie individuelle Merkmale besitzen.
  • Ist es responsiv?
    Das Logo ist für alle Medien und Größen nutzbar. Meine Daumenregel: Passt mein Logo auf einen Kugelschreiber? Vom Kugelschreiber über die Mobilen Anwendungen bis zu einem großen Werbebanner. Es soll deshalb variabel im Einsatz sein (man nennt es auch „Fluid Logo“ oder „Liquid Logo“) je nach Medium passt es sich flexibel in die Anwendung ein, es gibt kein starres Logo Element mehr.
  • Spiegelt es die Positionierung des Unternehmens wider?
    Das Logo sollte zu den Werten des Unternehmens und zur Branche passen.
  • Und wenn du möchtest, dann kannst du es noch auf WCAG-Konformität prüfen
    Prüfe ob dein Logo nicht nur gut aussieht sondern auch funktioniert und den WCAG Richtlinien entspricht. D.h. Sind die Farben auch für Farbenblinde und Menschen mit Sehbehinderung erkennbar?

Welche Dateiformate benötigst du für dein Logo?

Tipp 5
Es gibt folgende Datei-Formate, die zu Beginn relevant sind.

  1. Als Originaldatei solltest du immer eine Vektordatei im Format .ai, .svg oder .eps von deinem Logo erhalten. Das sind Dateiformate, die ohne Qualitätsverlust skalierbar sind. Du kannst mit einem der Formate alle anderen generieren. Bitte achte darauf, dass es keine Pixeldatei ist! Es gibt leider Designer, die eine Pixeldatei im eps oder ai Format als Originaldatei dem Kunden aushändigen.
  2. Da du diese Originaldateien wahrscheinlich nicht öffnen kannst, solltest du dir davon immer zwei Größen (S/M) im Format  JPG und PNG mit mindestens 300 dpi geben lassen.
  3. Die Farben in den Originaldateien sollten entsprechend deiner Nutzung in den Medien angelegt sein. Für digitale Anwendungen in RGB und für den Druck in CMYC. Ich liefere meinen Kunden immer beide Versionen aus, damit sie flexibel sind.

Nimm ein Logo, das für das Auge einfach ist. Komplexe Logos sind schwer zu lernen.
Bedenke immer, dass dein Logodesign eine Investition in die Zukunft deines Unternehmens ist. Wenn die Basis gut erarbeitet ist, dann begleitet es dich in die Ewigkeit.

Weigle

Cornelia Weigle
Ich unterstütze dich dabei maßgeschneiderte Printobjekte und nachhaltige Drucksachen zu kreieren, zu planen und umzusetzen. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass langjährige Kundenbeziehungen nur funktionieren, wenn sie in der digitalen und realen Welt erlebbar sind.

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